Lieber Arnulf, lieber Michael,
hinter uns liegt eine sehr produktive Woche (Berichtszeitraum 24. Juni – 2. Juli). Im Mittelpunkt standen der Ausbau von RICI um vier zentrale Rechtskorpora, die Vorbereitung der vollständigen Billing- und Zahlungsarchitektur sowie Fortschritte bei Hardware, Sprache, FIRE und den operativen Grundlagen.
Der größte Daten- und Qualitätssprint seit Start von RICI steht kurz vor dem Abschluss. Zu den fünf bereits verfügbaren Quellen (Bundesrecht, Judikatur, Findok, EUR-Lex, Kollektivverträge) kommen nun vier zentrale Korpora hinzu:
Damit erweitert sich RICI von fünf auf neun juristische Kernquellen. Die Daten sind bereits weitgehend integriert, die Produktoberflächen vorbereitet, und ein hartes Abnahme-Gate mit 108 Prüfzellen sichert den Go-live ab — die letzten Datenqualitäts- und Abnahmetests laufen gerade durch.
Parallel haben wir wichtige Schutzmechanismen ergänzt: Dokumente werden vor der Übernahme strenger validiert — dabei haben wir sogar einen Fehler der offiziellen RIS-Schnittstelle abgefangen, die bei nicht existierenden Dokumenten stillschweigend falsche Dokumente lieferte. Bei mehreren Gesetzesfassungen wird jetzt verlässlich die jüngste geltende Fassung verwendet, und die Judikaturdaten wurden vor dem Go-live bereinigt und vervollständigt. Seit 28.06. läuft der Login zudem ausschließlich über Microsoft Entra ID (OIDC mit Einmalpasswort) — die alten Magic-Links sind komplett abgeschafft, ein wichtiger Schritt Richtung DSGVO- und Kanzlei-Tauglichkeit.
Die letzten Beta-Rückmeldungen bestätigen diesen Schwerpunkt klar: Besonders Landesrecht, konkrete Judikaturabfragen und Antwortgeschwindigkeit sind zentrale Erwartungen der Tester. Rund 30 Rückmeldungen wurden juristisch auditiert; drei bestätigte Fehler haben wir behoben und per Re-Run verifiziert (u. a. den fehlenden KV Gastronomie Wien nachgeliefert und eine veraltete Gesetzesfassung korrigiert). Die deutlichste Einzelkritik — eine 1/10-Bewertung wegen 3:20 Minuten Antwortzeit trotz korrekter Antwort — adressieren wir mit einer eigenen Latenz-Roadmap.
Beim Billing haben wir bewusst nicht nur einen schnellen Zahlungs-PoC umgesetzt, sondern die vollständige kommerzielle Ebene vorbereitet. Ziel ist, vom ersten bezahlten Credit an nachvollziehbar, steuerlich sauber und skalierbar abzurechnen. Der ursprünglich für Juni angepeilte Go-live hat sich dafür bewusst verschoben — Gründlichkeit vor Geschwindigkeit.
Die Architektur basiert auf vier wesentlichen Bausteinen:
Wirtschaftlich wichtig: Mit drei Produktions-Releases am 24.06. haben wir die Systemkosten pro Anfrage deutlich gesenkt — −17 % Kosten und −22 % Antwortzeit bei Judikatur-Mitlauf-Anfragen, bei bestandenem Qualitäts-Gate. Unsere Credit-Preise setzen damit auf sinkenden Systemkosten auf; jede weitere Optimierung verbessert direkt die Marge.
Für die Zahlungsabwicklung haben wir uns nach der Evaluierung für Mollie als alleinigen Zahlungsdienstleister entschieden (die ursprünglich parallel geplante Stripe-Anbindung wurde bewusst verworfen — Mollie deckt als EU-Anbieter Payments, Abos und Rechnungslegung nativ ab und passt besser zu unserem österreichischen B2B-Geschäft). Die Integration ist vorbereitet und erfolgreich getestet – inklusive Kreditkarten, SEPA-Lastschrift, Apple Pay, Google Pay, Abonnements, Rückerstattungen und Rechnungen. Das Mollie-Konto ist bereits freigeschaltet.
Der eigentliche Produkt-Go-live hängt nur noch am finalen Commerce-Datenbank-Cutover und kann danach kurzfristig aktiviert werden — angepeilt binnen einer Woche, jedenfalls in der ersten Julihälfte. Mit Aktivierung der Bezahlfunktion stellen wir die Tester-Freischaltung auf Gutscheincodes um.
Alle Preise brutto inklusive 20 % USt, pro Monat bei jährlicher Verrechnung.
Zur Einordnung gegenüber dem letzten Update: Die damaligen Werte waren Netto-Monatspreise (irrtümlich als Jahrespreise ausgewiesen), und wir haben zusätzlich auf credit-gedeckelte Tarife umgestellt, damit jeder Tarif die Systemkosten pro Anfrage verlässlich deckt.
| Tarif | Credits / Monat | Monatlich | Jährlich |
|---|---|---|---|
| Start | 50 | € 300 | € 3.600 |
| Solo | 150 | € 780 | € 9.360 |
| Professional | 500 | € 1.860 | € 22.320 |
| Kanzlei | 1.500 | € 4.020 | € 48.240 |
| Kanzlei Plus | 4.000 | € 8.340 | € 100.080 |
| Enterprise | individuell | auf Anfrage | auf Anfrage |
Zusätzliche Credits können flexibel nachgekauft werden (Overage: € 9 pro Credit):
| Paket | Preis |
|---|---|
| 20 Credits | € 179 |
| 50 Credits | € 419 |
| 100 Credits | € 779 |
| 250 Credits | € 1.668 |
| 500 Credits | € 2.988 |
| 1.000 Credits | € 4.188 |
Die Web-App, Mobile App und Website sind bereits auf den erweiterten Rechtskorpus vorbereitet. Nutzer werden die zusätzlichen Quellen gezielt auswählen können; Quellenhinweise und Feedback-Zuordnung wurden entsprechend erweitert. Eine interaktive Designvorschau der Mobile App ist im iPhone-Rahmen abrufbar (zugangsgeschützt, für Kanzleipräsentationen).
Beim Tiny Lawyer wurden die Prototypen weiterentwickelt und die entscheidenden Offline- und Sicherheitsfunktionen getestet — darunter die AES-256-Verschlüsselung der SD-Karte, direkt am Gerät verifiziert. Ohne WLAN werden Aufnahmen lokal verschlüsselt gespeichert und später automatisch übertragen. Die ersten Geräteübergaben sind vorbereitet; Arnulf erhält seinen Prototypen am Dienstag, 7. Juli, Michael folgt nach finaler Terminabstimmung.
Die ersten vier Tiny-Lawyer-Prototypen — E-Ink-Display mit Standby-, Diktat- und Recherche-Modus.
Auch im Voice Lab gibt es Fortschritte: Unser lokal betriebenes deutsch-österreichisches Speech-to-Text-Modell hat sich gegenüber dem Ausgangsmodell messbar verbessert. Die nächste Trainingsstufe mit verdoppelter Datenmenge läuft bereits; parallel evaluieren wir weitere Modelle und bauen ein Fachbegriffs-Glossar für österreichisches Amts- und Juristendeutsch auf — der Fortschritt ist live auf unserem öffentlichen ASR-Benchmark-Dashboard einsehbar. Ab August/September verstärkt uns dafür eine Praktikantin mit Doppel-Background Linguistik und Informatik. Die On-Premise-Option für Kanzleien bleibt fixer Bestandteil des Konzepts.
Parallel zu RICI entwickeln wir FIRE als Research-Engine für komplexe, webübergreifende juristische Fragestellungen.
In ersten verblindeten Benchmark-Vergleichen belegten zwei FIRE-Varianten Platz 1 und 2 — noch vor der von Juristen erstellten Referenzrecherche. Besonders deutlich ist der Abstand bei der Abdeckung der relevanten Quellen: FIRE erreicht 87 %, generische Deep-Research-Tools (OpenAI, Gemini) nur rund 10 %. Alle Läufe und Bewertungen sind im geschützten Blind-Judge-Dashboard einsehbar: benchmark.iurix.ai/fire (ihr seid beide freigeschaltet).
Arnulfs internationale Gesellschafts- und Erbrechtsfrage war unser erster Praxis-Pilotfall. Das Gutachten wurde am 30. Juni übermittelt. Arnulf, deine fachliche Einschätzung ist für uns hier besonders wertvoll, bevor wir FIRE breiter positionieren.
Wir haben rund 20 frühere oder bisher inaktive Beta-Tester persönlich reaktiviert. Die Reaktionen waren durchwegs positiv; mehrere Nutzer haben aktive Nutzung angekündigt oder konkretes Interesse an Kontingenten und dem weiteren Zugang gezeigt. Erstmals haben wir dabei auch die Monetarisierung nach außen kommuniziert: Die Gratisphase läuft noch rund einen Monat, danach erhalten Tester als Dankeschön einen Credits-Gutschein.
Aktuell zählen wir (live aus der Produktivumgebung verifiziert, Stand 02.07.):
Im Berichtszeitraum kam eine echte neue Zugangsanfrage samt Freischaltung hinzu (Empfehlung aus dem Netzwerk; der Nutzer hat bereits seine ersten Abfragen gestellt). Das Wachstum ist weiterhin rein organisch — ohne aktives Marketing.
Wie die externen Tester RICI bewerten — und wie viel Zeit es ihnen spart — zeigt unsere aktuelle Auswertung (353 Bewertungen von 29 Nutzern; jeder Account wurde einzeln auditiert, interne und gesellschafternahe Accounts sind herausgefiltert):
Die Buchhaltung ist durch unseren internen Buchhaltungs-Agenten und mich vollständig vorbereitet: Alle Belege sind erfasst, Zahlungen zugeordnet und ein fertiger BMD-Export kann jederzeit bereitgestellt werden.
Für die weitere Abstimmung mit Michael und Theresia sind vor allem diese Punkte relevant:
Sämtliche Repositories (Backend, Web-App, Daten, Benchmark u. a.) wurden von meinem privaten GitHub-Account in die firmeneigene GitHub-Organisation IURIX-GmbH überführt — damit sind Eigentum, Zugriffsrechte und Zusammenarbeit am wichtigsten Asset der Gesellschaft sauber auf Firmenebene geregelt. @Arnulf: Dein früherer Repo-Zugriff ist durch den Umzug weggefallen — schick mir bitte kurz deinen GitHub-Usernamen, dann schalte ich dich wieder frei.
Ich freue mich auf euer Feedback.
Liebe Grüße,
Christian